Wie glücklich macht dich dein Geld?

Ins neue Jahr starte ich mit dem Thema Geld und Glück. Ein nicht einfaches Thema, dass sicherlich das Potential hat, die Gemüter zu erhitzen und die Ansichten zu spalten. Ich hoffe, ich habe möglichst unverfängliche Beispiele gefunden, denn ich bin mir bewusst, wie sensibel der Zusammenhang zwischen Geld und Glück für jeden einzelnen von uns sein oder werden kann.

Ich werde Dir wie gehabt einige Fragen und Ideen zu diesem Bereich mit auf den Weg geben und bin mir sicher, dass die ein oder andere dabei sein wird, die Dein Alltagsglück erhöht. Du kennst doch sicher auch Sprüche wie

  • “Geld macht nicht glücklich.”
  • “Ohne Moos nichts los.”
  • “Glück, Freunde und Gesundheit kann man nicht kaufen.”
  • „Mit Knöpfen kannst Du nun mal nichts kaufen.“

und wie diese Sprüche Dich prägen.

Ich denke, dass egal wie viel Geld man im Monat zur Verfügung hat, man trotzdem sein Alltagsglück beeinflussen kann. Denn es gibt ja bekanntlich auch unter den “Reichen und Schönen” dieser Welt glücklichere und unglücklichere Kandidaten. Den einen macht die warme Mahlzeit glücklich, die für den anderen selbstverständlich ist. Jeden macht einfach etwas anderes glücklich und es gibt ja auch noch den Unterschied zwischen sich etwas leisten können und etwas leisten wollen sowie die ganz persönlichen Prioritäten.

Vorab ein paar Fragen, die mich im Zusammenhang mit dem Thema Glück und Geld für mich und für Dich immer mal wieder beschäftigen:
  • Steigt das Glück automatisch mit dem Einkommen?
  • Sind arme Menschen automatisch unglücklich?
  • Ist es vielleicht sogar schwieriger glücklich zu sein, wenn der Wohlstand steigt?
  • Macht der Wohlstand es uns erst möglich über Glück nachzudenken?
  • Und die für mich wichtigste Frage: Nutzt Du Deinen individuellen Wohlstand, Deine individuellen finanziellen Möglichkeiten auch zur Steigerung Deines Glücks?
  • Weißt Du wie Du Dein Geld möglichst glücksbringend einsetzen kannst?
  • Kennst Du den Preis Deines Glücks?

DER MANGEL

Ich denke auch, dass es sich mit dem Geld ähnlich verhält, wie mit der Gesundheit. Der Mangel an beiden macht uns um einiges mehr unglücklich, als uns der Besitz glücklich macht. Es gibt viele Selbstverständlichkeiten in unserem Leben, die wir selten hinterfragen oder verändern. Wir sind oft nicht wirklich glücklich mit unserem aktuellen Einkommen, wären aber sich ziemlich schnell sehr unglücklich wenn dieses wegfallen würde. Die eigene Lebenssituation, der individuelle Rahmen und unsere Lerngeschichte prägen meistens den Umgang mit Geld. Deshalb möchte ich heute den Fokus darauf richten, mal nachzuschauen, ob und wie Du Dein Geld möglichst glücksbringend einsetzen kannst.

Idee 27: Frage Dich ob Du Dein Geld glücksbringend einsetzt oder ob Du es glücksbringender einsetzen könntest?

der Kampf der Prioritäten und Werte

Ich erwische mich ab und zu selbst und höre auch oft bei anderen den Satz: “Wenn ich mehr Geld hätte, dann…” Ja, was? Was wäre dann? Meistens wird dann schnell in einem Gespräch auf der Basis von Prioritäten und Werten argumentiert.

“Wenn Du Dir genug wert bist, dann gibst Du auch mehr Geld für hochwertige Lebensmittel aus.” Das ist einer der letzten Sätze dieser Art, den ich gehört habe. Was fange ich mir dieser Antwort an? Ich beginne nachzudenken und denke an mein Glück, meine Gesundheit, die Umwelt und den Weltfrieden.

Nun ist es aber auch so, dass wir ein 5 Personenhaushalt sind und mir meine 4 Mitbewohner auch ziemlich viel wert sind. Außerdem hat jeder dieser Mitbewohner eine andere Wahrnehmung von hochwertigen Lebensmitteln. Meine Söhne halten Kartoffelchips für extrem hochwertig, meine Tochter schwört auf hochwertige Schokolade in rot weiß und für meinen Mann werden alle Lebensmittel hochwertig, wenn ich sie verarbeitet habe. An diesem Beispiel merkst Du schon, es ist gar nicht so einfach, Geld für mich, meine Familie, Ratgebern und den Weltfrieden gleichwertig glücksbringend einzusetzen. Also versuche ich erst einmal den Spagat, „hochwertige Lebensmittel“ für unser familiäres Gefüge passend zu machen, bevor ich mich um den Weltfrieden kümmere. Egoistisch? Nein, denn wie schon ein asiatisches Sprichwort sagt:

So erreiche ich zwar selten das Optimum, aber immer mal wieder ein Strahlen bei Tisch.

Was ich damit zum Ausdruck bringen will? Fakt ist, dass jeder einzelnen Zwängen unterliegt, die manchmal mit den eigenen Werten und denen anderer kollidieren können. Klar könnte ich zum Beispiel für uns alle zu 100% biologisch angebaute Ware kaufen, wenn wir z.B. auf unsere Familienurlaube verzichten würden. Aber wollen wir das alle fünf? Ist es uns das wert? Macht es uns glücklicher?

Ich tue immer mal Dinge, die nicht hundertprozentig glücksbringend sind, weil ich keine andere Möglichkeit sehe. Aber so ist es nun mal und mir hilft es, wenn ich mal genauer hingeschaut habe und nach dem warum gefragt habe. Zum Beispiel hört sich “Ich kaufe nicht zu 100% biologisch ein, weil uns unsere Familienurlaube wichtiger sind.” anders an, als “Ich kann es mir nicht leisten zu 100% biologisch einzukaufen.” Und es fühlt sich auch besser an, weil bewusster und agiert – nicht reagiert.

Idee 28: Warum gibst Du Dein Geld so aus, wie Du es ausgibst?

So wirfst Du einen Blick hinter die Kulissen Deiner finanziellen Entscheidungen und hast eine Basis für Akzeptanz oder für Veränderungen.
Ich finde die Individualität der Menschen und ihrer Beziehung zu Geld immer wieder spannend. Frage 10 Menschen, wie sie 10 Millionen Euro aus einem Lottogewinn ausgeben würden und Du bekommst 12 verschiedenen Antworten.
Wenn es darum geht, Geld glücksbringend einzusetzen, dann ist es automatisch sehr individuell. Deshalb machen für mich Tipps a la: “Kaufe Dir täglich eine Latte Macchiato und Du bist glücklich” keinen Sinn. An vielen Tage macht mich der Latte Macchiato glücklich, aber wenn ich täglich 3 davon konsumieren würde, wäre das in meinem Fall wenig glücksfördernd. Gewohnheit stumpft mich ab, mein Körper würde unglücklicher werden und mein Geldbeutel wohl auch. Ich beginne dann darüber nachzudenken, wie viele Latte Macchiato unter welchen Umständen mich glücklich machen und wo der Punkt ist, an dem dieser Zustand kippt.

Die Idee 29 für Dich: Finde heraus, wie Du mittels Geld Dein Alltagsglück steigern kannst.

Beachte dabei Deinen persönlichen Rahmen.

Etwas aufgeben für etwas anderes

Manchmal ist der Verzicht sicher eine Möglichkeit, der Umverteilung Deines Geldes. Wenn ich auswärts weniger Latte Macchiato trinke, kann ich mir ein Buch kaufen, das Geld für den Urlaub sparen, ins Business investieren oder oder oder
Es ist meine Entscheidung, wie ich am besten mein Glücksgefühl aufrecht erhalten kann. Ich weiß inzwischen, dass Null Latte Macchiato mich unglücklich machen, auch wenn das Buch noch so toll, der Urlaub mir sehr wichtig und mein Business, meine Leidenschaft ist.
Ich kann aber gut auf andere Dinge verzichten, wenn ich nur genau genug und bewusst hinschaue. Dann passt das mit dem Buch oder was auch immer mich gerade glücklicher machen würde.

Den Rahmen der Glücksbringer ändern

In einem meiner Brainstorms kam mal das Thema Urlaub vor. Meine Mandantin erzählte mir, dass sie aus finanziellen Gründen wohl nie nach Amerika reisen würde. Im Gespräch hat sich herausgestellt, dass sie ausschließlich von den Preisen der Reiseveranstalter ausgegangen ist. Ihr individueller Rahmen hatte aber soviel Spielräume, dass eine individuellere Reiseform durchaus möglich war. Amerika war mit einer Pauschalreise utopisch, mit einer Individualreise realisierbar.

Klar, ist es manchmal auch so, dass man eine Sache nur genau so will und nicht anders – keinen schlechten Kompromiss.
Es gibt Menschen, die bleiben lieber zu Hause, bevor sie außerhalb eines 4 Sterne Hotels übernachten. Ich übernachte lieber unter freiem Himmel, bevor ich zu Hause bleibe und die weite Welt mir verschlossen. So ist es und es ist wichtig, dass die Entscheidungen für jeden einzelnen in seinem Gefüge passen.
„Geht wegen des Geldes nicht.“ gilt meiner Ansicht nach aber nicht grundsätzlich. Denn ist es doch oft so, dass man eine Idee im Kopf hat und sie vorschnell aus finanziellen Gründen wieder verwirft, weil man sie nicht genau genug angeschaut hat.

Idee 30: Schau genau hin, ob es möglich ist, Dir Wünsche zu ermöglichen, wenn Du den Rahmen veränderst.

Mit diesen Ideen versuche ich täglich, nämlich immer wenn ich meinen Geldbeutel öffne, mit kleinen Entscheidungen mein Alltagsglück im Auge zu behalten und zu optimieren.

Wie setzt Du Dein Geld für Dein Alltagsglück ein? Ich bin wie immer neugierig auf Deine Ideen.

think orange und deine Idee lebt.

Kristiane

4 Kommentare

  1. Hallo, dank Christina Kanese’s retweet auf deinen Artikel aufmerksam geworden. Toller Artikel der mich durchaus nachdenklich stimmt und zwar dahingehend mir generell mal wieder die Frage zu stellen, ob Geld allein glücklich macht!? Klare Antwort: Nein! Ich habe mal über Jahre sehr viel Geld verdient und Nein – es hat mich nicht glücklicher gemacht, obwohl ich es durchaus sinnvoll eingesetzt habe. Ich habe mir viel Positives geleistet, andere Menschen an „meinen“ Geld teilhaben lassen, viel gesehen und teilweise auch recht „grenzenlos“ gelebt. Ich habe meine Kenntnisse in vielerlei Hinsicht erweitert und mir die Welt angesehen – insofern kann ich sagen, das Geld sicherlich hilfreich war. Nun habe ich nicht mehr soviel Geld, somit keine Neider mehr um mich herum, habe kleine Dinge sehr zu schätzen gelernt und erfahren das Glück sich so gut wie nie in Form von Geldscheinen offenbart. Gruss Markus

    • Vielen Dank lieber Markus. Gerade das Thema Neid beschäftigt – der Preis des Geldes wird ja oft nicht gesehen. Ich denke viele schauen neidisch auf andere und wären aber selbst nicht bereit das Leben zu Leben, dass für dieses Einkommen notwendig ist.

  2. Guten Morgen Kristiane,

    vielen Dank für den wunderbaren Artikel! Ich finde es klasse, eigene Werte wie Glück bewußt vom Thema Geld zu differenzieren und darüber nachzudenken, was persönlich alles beim Thema Geld mitschwingt.

    Zur Erforschung der eigenen Werte (wie Glück, Liebe, Erfolg) und der eigenen Prioritäten ist vielleicht auch dieser Artikel „Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.“
    http://www.kanesecoaching.de/2015/05/22/geld-werte-kennen-sie-eigentlich-ihre-innere-wertehierarchie/ hilfreich.

    Ich mache übrigens auch gerade das Happiness Projekt und werde gleich bei Dir weiterstöbern.

    Herzliche Grüße aus dem Schneegestöber.
    Christina Kanese

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