Zugehörigkeit – eine Glücksformel? Ein Erfolgsgarant? Oder Währung derer, die glücklicher arbeiten?

Lausche heute einfach mal.

Bildquelle: Heißluftballon / Photo von Austin Ban: https://unsplash.com/photos/0fjGQmYCRW8.

Zugehörigkeit_thinkorange_102015Cornelia Lütge spricht über Glück, Arbeit und Zugehörigkeit. Mit ihrem Gastbeitrag, hat sicherlich nicht nur mich berührt, oder? Ich sage Danke für dieses Stück Glück im Happiness Projekt in shades of orange.

 

 

PortraitDie Autorin ist nach einer eher klassischen Karriere in der Werbung und im Marketing seit neun Jahren Coach und Trainerin. Mit der Maxime Arbeitszeit ist Lebenszeit arbeitet sie mit Frauen und Männern, die eine starke Präsenz und ihr Selbstverständnis herausarbeiten wollen. Gründer, Solopreneure und Unternehmer mit dem Ziel, ihr Können selbstbewusst und authentisch nach vorne zu bringen. Junge Talente und Entscheider_innen, die als Angestellte vor allem zwei Dinge wollen: in ihren Aufgaben einen Sinn sehen und ein Miteinander auf Augenhöhe.

‚Wahrheit vor Schönheit und ‚zunächst ist nichts absurd‘ sowie ‚erlaube dir alles zu denken und echt zu fühlen‘ – damit darfst du in der Zusammenarbeit mit der Autorin rechnen. Schließlich willst du in Bewegung kommen.

Willkommen – sehr herzlich – für weitere Eindrücke bei www.cornelialuetge.de und www.facebook.com/cornelialuetge.

Zum nachlesen:

„Joseph Conrad „Arbeit mag ich nicht – kein Mensch mag sie –, doch ich mag, was in der Arbeit steckt: die Möglichkeit, sich selbst zu finden.“

Heute ist Home-Office-Tag. Und mein Vormittagsziel wabert schon eine Weile in meinem Unterbewusstsein – beim Joggen, Duschen, Geschirrspüler ausräumen: diesen Beitrag für Kristianes wunderbares Happiness-Projekt zu schreiben (by the way – danke für die Einladung!). Gestern machte es plopp (man braucht ja einen ‚plot‘ für gutes Storytelling). Nun sind die Tasten gespitzt, der Akku meines Läppis randvoll, meine Synapsen glühen. Schließlich geht es um was: Shades of happiness im business!

Eine Schattierung des Glücks mit Hinblick auf die Businesswelt zu beschreiben finde ich echt herausfordernd. Es ist wie eine Nabelschau. Denn das glückliche Arbeiten steht seit Jahren auf meiner Fahne, die ich als Coach und Trainerin hisse. Glück und Arbeit sind nach meiner Überzeugung ein unbedingtes Wertepaar! Von großer Anerkennung bis hin zu Blümchen-Getue erfährt es viel mediale Aufmerksamkeit. Na klar. Der Diskurs wird beeinflusst von denen, die in der sogenannten Oldwork erfolgreiche Leistung allein in der Erfüllung angestrebter Zahlen und Ziele erkennt. Und die meinen, dass Führung eindeutig Folgsamkeit braucht; na klar, durch erfolgreiche Teamarbeit. Die Bewegung der Newwork, die einen Paradigmenwechsel für existentiell hält, strebt Zusammenarbeit auf Augenhöhe (www.augenhöhe-film.de) an. Selbstbestimmung, Partizipation und Potentialentfaltung sind die Eckpfeiler. Eine Unternehmenskultur, die darauf basiert führe  in der bilanzfähigen Erfolgsbetrachtung von selbst zu Zahlen, die den Unternehmenswert erhalten und steigern.

Gute Arbeit, so Wolf Lotter von brandeins in seinem großartigen Artikel, bedeutet, dass „der Montag nicht auf ewig der finsterste Tag der Woche bleiben muss – und was das mit uns selbst zu tun hat.“ (link: http://www.brandeins.de/archiv/2014/arbeit/gute-arbeit-einleitung-von-wolf-lotter/).  Im Kern geht es darum, dass Arbeit Sinn machen muss (sonst ist es ein Job) und dass Menschen, die glücklich arbeiten, aktive Gestalter statt Erfüllungsgehilfen sind. So auch die Forderung der sogenannten Generation Y, also derer, die heute zwischen 18 und Mitte 30 sind. Dass dieses Selbstverständnis mit dem der vorherigen Generation X kollidiert, liegt auf der Hand. Hier stehen Glaubenssätze wie Streng dich an, Lehrjahre sind keine Herrenjahre, Bleibe auf dem Teppich, Erst die Arbeit, dann das Vergnügen hoch im Kurs. Ihr X’ler werdet die Liste mit ähnlichem anreichern können. Führung bedeutet heute daher auch, eine Brücke zwischen diesen Selbstbildern bauen zu können.

Der Anspruch glücklich zu arbeiten drückt sich demnach in den Generationen X und Y unterschiedlich aus. Die einen wollen ihren Job machen und mindestens fair bezahlt werden. Damit der Urlaub gewiss und der Kühlschrank gefüllt ist und die Hobbies der Kinder finanziert werden können. Die Anderen erwarten eine sinnvolle Tätigkeit, dabei genügend Zeit für Freizeit. Damit ihr Leben ausgeglichen ist, die Arbeit sie erfüllt und sie ihre sozialen Beziehungen pflegen können.

Unabhängig  von Generationen-Titel, Karriereleiter und Kostüm oder Arbeitshose –diesen Wunsch haben Menschen gemeinsam: Zugehörigkeit!

Denn er entspringt unseren Grundbedürfnissen. Das mag erklären, warum Menschen insbesondere  dann (innerlich) kündigen, wenn das Betriebsklima schlecht ist, Gründungen erfolgreich sind, wenn neben einer tragfähigen Geschäftsidee eine gute Business-Partnerschaft existiert. Und Viele der 1,3 Millionen Freiberufler in Deutschland, die im Home-Office arbeiten, am meisten an der „Einsamkeit“ knabbern.

Das Roman-Herzog-Institut (Quelle: http://www.romanherzoginstitut.de/uploads/tx_mspublication/RHI-Diskussion_21_2te.pdf) hat den Glücksfaktor Arbeit untersucht und u. a. herausgefunden, dass „Ein hoher Grad an beruflicher Autonomie mit mehr Zufriedenheit einhergeht. Zudem dürfte eine ausgeprägte Vertrauenskultur im Unternehmen wie auch ein hohes Maß an funktionaler Flexibilität mit vielseitigen Aufgaben positive Impulse auf die Lebenszufriedenheit ausüben“. In dem Zusammenhang macht die jährlich Gallup-Studie (die durchaus kritisch zu sehen sind, ich weiß!) immer wieder deutlich: zu viele Mitarbeitende haben innerlich gekündigt, weil ihnen die emotionale Bindung zum Arbeitgeber fehlt. Beides erklärt wohl die zunehmende Zahl an Gründungen. Viele davon als Solopreneure.

Davon profitieren u. a. die sozialen Netzwerke. Nicht nur, weil sie als Marketing-Kanal genutzt werden. Sondern insbesondere auch deshalb, weil hier in Gruppen, Foren und auf Plattformen Zugehörigkeit entsteht. Aus handfesten Unterstützern werden virtuelle Bekanntschaften, reales Freundschaften und ja, auch Lieben (jedenfalls habe ich schon davon gehört). Na, wenn das kein Glück beschert.

Wenn nun mit Joseph Conrads Worten in der Arbeit ‚die Möglichkeit steckt, sich selbst zu finden‘, dann erklärt dies das große Bedürfnis nach Sinn in dem was wir tun. Und wie wir es tun. Bestimmt kennt auch ihr die Erfolgsgeschichten von denen die erklären, dass Erfolg sich einstellt, seit sie das tun, was sie am besten können? Die erfahren, dass der Montag ihnen willkommen ist, weil sie sich wieder ans Werk machen dürfen? Und jene, die ihren beruflichen Quantensprung einer wertschätzenden Gruppe, hilfreichen Mastermind-Gruppe oder einem zuverlässigen Erfolgs-Team verdanken? Die Zugehörigkeit, die zunächst mit dem Ziel der Unterstützung entsteht befriedigt auch das Bedürfnis nach Anerkennung, realem Kontakt und Geborgenheit. Und wenn dann gemeinsam Stolpersteine gemeistert, Misserfolge umschifft und Erfolge gefeiert werden, dann entsteht happieness im business.

Persönlich habe ich es oft so erlebt. In meiner Zeit als Angestellte mit meinem Team. In meinen Ausbildungs- und Arbeitsgruppen, seit ich freiberuflich arbeite. In meiner  stillen, konzentrierten Zeit im Home Office, die ich sehr mag (und manchmal gar nicht), bin ich mir der Zugehörigkeit einiger, wertvoller virtuellen Gruppen gewiss. Die echten Begegnungen aus Fleisch und Blut allerdings, die sind durch nichts zu ersetzen. Und in der Begegnung mit realen Menschen habe ich noch am meisten gefunden, was mein Business wachsen lässt: mich selbst.

Es ist mittags. Das Läppi hängt am Netz. Ziel erreicht. Dies habe ich gefestigt: Sinnhaftes Tun entsteht bei gutem Miteinander. Dann wirft es Schatten voraus – glückliches Arbeiten! Und da Arbeitszeit Lebenszeit ist, kann ich mir kein sinnvolleres Tun vorstellen.

Welchen Sinn erfüllt deine Arbeit? Und was hast du von dir gefunden? Kristiane und ich sind  gespannt auf deinen Kommentar!

Deine Cornelia Katinka Lütge

Quellen:

Beitragsbild Heißluftballon / Photo von Austin Ban: https://unsplash.com/photos/0fjGQmYCRW8.

Cornelia wurde von Nicole Buczior, Fotografin aus Tönnhausen in Szene gesetzt.

8 Kommentare

  1. Was für ein zauberschöner Beitrag! Auch ich glaube ja daran, dass es uns allen besser gehen würde, wenn wir glücklich arbeiten würden und könnten… Für mich ist glückliches Arbeiten, arbeiten mit Sinn und Vergnügen – der Sinn als Teil meiner Vision,die ich in diese Welt träumen möchte mit meiner Arbeit, meinem Beitrag. Das Vergnügen ist das Wie meines Arbeitens – so wie es zu mir passt. Bei mir hat das viel mit einer Verbundenheit mit anderen Menschen zu tun, mit Motivation statt Disziplin, mit langsam und hoher Qualität, statt schnell und hoher Quantität… Danke an Euch beide, liebe Kristiane und Cornelia!

    • Ja, liebe Jesta. Wir haben Entscheidendes gemeinsam in unserem Was und Wie wir unsere Arbeit machen. Und da bin ich froh, deine tolle Arbeit gefunden zu haben. Das Wandern am Müggelsee – das werden wir noch machen. Und was dann dabei herauskommen mag… . Liebe Grüße in die Stadt, die ich so mag!

  2. Da lausche ich gerne noch ein paar mal…. Herzlichen Dank für diesen tollen Beirag, der noch lange nachwirkt und sicher von mir noch ein paar mal gehört wird.

    • Liebe Beatrice, wenn mein Beitrag nachwirkt, dann hat der Vormittag alles richtig gemacht. Um’s gute Nachwirken geht es auch in meiner Arbeit. Dann passiert in Menschen etwas, was sie bewegt. Hin zu dem, was sie erreichen möchten. Freu*!

  3. Wow, einfach nur toll! Ich habe das Band abgespielt, mich zurückgelehnt und werde jetzt happy in einen wundervollen Arbeitstag starten, der meinetwegen nicht einmal enden muss 😉 Danke für diesen schönen Text Cornelia und das einfach nur wunderbare Projekt liebe Kristiane 🙂

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